Förderfonds WissenschaftskommunikationMit künstlerischer Forschung Kinder unterstützenDr. Mohammad Kalthom über sein Projekt "Drawing Resilience"
27. April 2026

Foto: Kalthom
In seinem Projekt „Drawing Resilience“ hat der Kunst- und Gesundheitsforscher Mohammad Kalthom, PhD eine visuelle, zweisprachige Broschüre entwickelt. Darin werden Ansätze der expressiven Kunst vorgestellt, die bei der psychosozialen Unterstützung von Kindern im syrischen Kontext hilfreich sein können. Das Projekt wurde über den HRA-Förderfonds für Wissenschaftskommunikation finanziert.
Wie sind Sie auf die Idee zu dem Projekt gekommen?
Die Idee entstand aus meiner Forschung und meiner Praxiserfahrung an der Schnittstelle zwischen expressiver Kunst und psychosozialer Unterstützung. Im syrischen Kontext habe ich beobachtet, dass künstlerische Aktivitäten oft eher als Freizeitbeschäftigung denn als sinnvolle Instrumente zur emotionalen Unterstützung verstanden werden. Gleichzeitig haben viele Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten, nur begrenzten Zugang zu Ansätzen, die über die verbale Kommunikation hinausgehen. Diese Lücke wurde besonders in Kontexten sichtbar, in denen Kinder sich nicht sprachlich ausdrücken können oder möchten. Das Projekt soll daher wissenschaftliches Wissen in ein zugängliches Format übertragen, das die darstellenden Künste als unterstützenden, kulturell anpassungsfähigen Ansatz vorstellt.
An welche Zielgruppen richtet sich die Broschüre, und warum haben Sie dieses Medium gewählt, um sie zu erreichen?
Die Broschüre richtet sich in erster Linie an Fachkräfte, die im Bereich der gesundheitlichen und psychosozialen Betreuung von Kindern tätig sind, darunter Fachkräfte für psychische Gesundheit, Beratende und Mitarbeiter:innen von gemeindenahen Organisationen. Sie ist als Einstieg in den Ansatz der expressiven Künste gedacht, der im syrischen Kontext noch relativ unbekannt und wenig genutzt ist. Ziel ist es, ein erstes strukturiertes Verständnis dieser Methodik und ihrer Relevanz für die Förderung des emotionalen Wohlbefindens von Kindern zu vermitteln.
Wir haben bewusst eine visuelle, zweisprachige Broschüre entwickelt. Viele Personen aus der angesprochenen Zielgruppe haben nur begrenzten Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen oder formaler Weiterbildung. Und in einigen Gebieten bleibt sogar der Zugang zu einer stabilen Internetverbindung eine Herausforderung. Hier ist eine gedruckte Broschüre ein praktisches und zuverlässiges Format. Gleichzeitig ermöglicht die visuelle Struktur ein intuitiveres und unmittelbareres Verständnis der Konzepte, während die Verwendung von Arabisch und Englisch die Zugänglichkeit in lokalen und internationalen Kontexten gewährleistet. Die Broschüre vereinfacht zentrale Ideen, ohne ihre Komplexität zu verringern, und bietet anschauliche Beispiele. Sie helfen den Leserinnen und Lesern, sich vorzustellen, wie expressive Kunst in der Praxis eingesetzt werden kann.
Wer gehörte zum Projektteam, und wie hat der Förderfonds geholfen?
Ich habe das Projekt in meiner Zeit als Gastwissenschaftler an der HfMT Hamburg selbst entwickelt und externe Unterstützung bei der Übersetzung und dem Grafikdesign bekommen. Darüber hinaus lieferten Kolleg:innen vom UKE Hamburg, die im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen tätig sind, wertvolles Feedback, um die wissenschaftliche Genauigkeit der Inhalte sicherzustellen.
Der Förderfonds spielte eine wesentliche Rolle bei der Realisierung des Projekts, insbesondere durch die Finanzierung des professionellen Grafikdesigns und der hochwertigen Übersetzung sowie für den Druck einer begrenzten Anzahl von Exemplaren.
Wie möchten Sie die Broschüre in Zukunft verbreiten? Haben Sie bereits Rückmeldungen dazu erhalten?
Die Broschüre wird in erster Linie in digitaler Form verbreitet, damit sie für Fachkräfte und Organisationen in Syrien und ähnlichen Kontexten zugänglich ist. Sie wird an Netzwerke von NGOs und Fachkräften weitergegeben, darunter Organisationen wie GOPA-DERD und AKDN sowie Einzelpersonen, die im Bildungsbereich und in der psychosozialen Betreuung tätig sind. Darüber hinaus wird eine begrenzte Anzahl gedruckter Exemplare in Fachdiskussionen, Workshops und kleineren Aktivitäten zum Einsatz kommen. Das erste Feedback von Kolleg:innen vor Ort war sehr positiv. insbesondere hinsichtlich der Klarheit des visuellen Ansatzes und seines Potenzials, Methoden der künstlerischen Therapie in Kontexten einzuführen, in denen diese Ansätze noch relativ unbekannt sind.
Weitere Informationen
- Die Broschüre ist online verfügbar: englische Version | arabische Version
- Ebenfalls an der Schnittstelle von Kunst und Gesundheit forscht das ligeti zentrum, ebenfalls ein Projekt unter Beteiligung von HfMT Hamburg und UKE Hamburg: https://ligeti-zentrum.de/
Förderfonds Wissenschaftskommunikation
Sie haben eine gute Idee, aber die finanziellen Mittel fehlen für die Umsetzung? Die Hamburg Research Academy fördert gemeinsam mit der Claussen-Simon-Stiftung Projekte des wissenschaftlichen Nachwuchses aus dem Bereich Wissenschaftskommunikation. Aus dem Förderfonds können Mittel für eigene Projekte beantragt werden.


